Hebammen FAQ

Die 10 meist gestellten Fragen an Hebammen

Die viMUM Hebammen sind echte Profis auf ihrem Gebiet. Seit vielen Jahren betreuen sie werdende Mütter (und auch Väter) in der Schwangerschaft bis hin zum Wochenbett. Als frisch(gebacken)e Eltern möchte man alles richtig machen, um dem neuen Weltbürger einen schönen Start ins Leben zu ermöglichen. Gut, dass es Hebammen gibt, die dir deine Sorgen und Ängste nehmen können und mit hilfreichen Tipps zur Seite stehen.

Da es Fragen gibt, die sehr häufig und von fast allen Eltern gestellt werden, hat unsere Hebamme Astrid die Antworten auf die 10 meist gestellten Fragen an eine Hebamme rund um die Geburt hier für dich zusammengefasst.

Rund um die Themen: Sport & Ernährung in der Schwangerschaft 

  1. Darf ich Sport in der Schwangerschaft machen?

Ja, unbedingt, denn die eigene Körperfitness begünstigt einen positiven Geburtsverlauf. Sport ist wichtig für den Kreislauf und bereitet deinen Körper auf die bevorstehende Geburtsarbeit vor.

Folgendes ist beim Sport während der Schwangerschaft zu beachten:

  • Höre auf deinen Körper: Gewohntes beibehalten – alles, was guttut und sich bereits bewährt hat.
  • Die körperliche Belastbarkeit verändert sich mit Fortschritt der Schwangerschaft.
  • Extremsport wie Paragliding, Skiabfahrtslauf, Tauchen mit Sauerstoffflasche, usw. sollten aus Gründen der Sicherheit und Belastbarkeit nicht ausgeübt werden.
  • Stoßende, ruckartige Bewegungen sind zu vermeiden und fließende, gleichmäßige Bewegungen zu bevorzugen. Dafür eignet sich beispielsweise Yoga, Pilates, leichtes Wandern oder auch Schwimmen.
  • Vorsicht! Aufgrund der Schwangerschaftshormone ist der gesamte Bewegungsapparat insgesamt viel weicher. Bänder und Sehnen sind bei Überlastung bzw. Überbeanspruchung anfälliger für Verletzungen.
  1. Darf ich noch rohen Fisch, rohes Fleisch essen?

Während du schwanger bist, solltest du auf den Konsum von rohem Fisch, wie beispielsweise Sushi, verzichten. Denn in rohem Fleisch und auch in rohem Fisch können sich Bakterien wie Listerien befinden, die in der Schwangerschaft zu einer Infektion führen können, der sog. Listeriose.

Deshalb gilt es hier bei der Ernährung klare Regeln einzuhalten:

  • Lebensmittel aus Rohfleisch (z. B. Rohsalami, Mettwurst, Landjäger, Hackfleisch usw.), roher Fisch (z. B. Sushi, Hering) sollten in der Schwangerschaft gar nicht konsumiert werden
  • Auch auf Rohmilchkäse solltest du verzichten
  • Obst und Gemüse immer frisch kaufen, nicht verpackt
  • Fleisch und Fisch vor dem Verzehr immer in der Pfanne bei 70 Grad Celsius erhitzen
  • In der Schwangerschaft sind besonders die im Fisch enthaltenden Omega-3-Fettsäuren sehr wichtig für die gesunde Entwicklung des Babys. Daher sind durcherhitzte Fischprodukte empfehlenswert.
  • Wende dich an einen Facharzt, falls du eine Infektion vermutest!
  1. Ich bin Vegetarierin, auf was muss ich achten?

Damit du und dein ungeborenes Baby während der gesamten Schwangerschaft mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen versorgt seid, ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig. Gegen eine vegetarische Ernährung spricht per se nichts, solange du dich gesund und ausgewogen ernährst. 🌿 Folgende Punkte solltest du jedoch beachten:

  • Als Vegetarierin ist insbesondere auf genügend Eisen- und Eiweißzufuhr über das Essen zu achten
  • Deine Eisenwerte kannst du bereits in der Frühschwangerschaft durch eine Ferritinkontrolle im kleinen Blutbild bestimmen lassen, wende dich dafür am besten an deinen Hausarzt
  • Eiweißhaltige Nahrungsmittel sind z. B. Hühnerei, Sojaprodukte, Nüsse und Kerne, Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte
  1. Ich habe Alkohol getrunken, bevor ich wusste, dass ich schwanger bin. Habe ich mein Kind gefährdet?

Natürlich solltest du ab dem Zeitpunkt, an dem du von deiner Schwangerschaft erfährst, auf den Konsum von Alkohol verzichten. Manchmal ist die Schwangerschaft aber erst klar, nachdem Alkohol konsumiert wurde.

  • Bei Alkohol in der Schwangerschaft gilt in den allerersten Tagen das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Eine unter Umständen schwer geschädigte Eizelle kann sich nicht einnisten. Wenn die befruchtete Eizelle gesund ist, dann nistet sie sich trotz Alkoholkonsum ein. Dieses Einnisten findet etwa 10 bis 14 Tage nach der Befruchtung statt.
  • Nach der Befruchtung sollte komplett auf Alkohol verzichtet werden, denn, da über deinen Kreislauf der Embryo jetzt mit Blut und Nährstoffen versorgt wird. Das heißt, dass auch Giftstoffe wie Nikotin und Alkohol bei deinem Kind ankommen.
  • Falls du dir große Sorgen wegen Alkoholkonsum in der Frühschwangerschaft machst, solltest du darüber unbedingt mit deiner Hebamme oder deinem Facharzt sprechen.

Rund um die Themen: Geburtsvorbereitung & Geburt

  1. Ich möchte auf zu viele Ultraschalluntersuchungen verzichten, darf ich das?

Nach den Richtlinien der Schwangerschaftsvorsorge sind drei größere Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Darüber hinaus kann es aber sein, dass dir dein Facharzt oder deine Hebamme weitere Untersuchungen empfiehlt.

Wichtig dabei ist:

  • Keine Untersuchung darf ohne deine vorherige Zustimmung erfolgen. Es ist immer deine persönliche freie Entscheidung, welche Art der Untersuchung du in Absprache mit der Hebamme und/oder dem Facharzt/ der Fachärztin für dich selbst als notwendig ansiehst.
  • Du musst dich mit den Untersuchungen wohlfühlen. Ist dies nicht der Fall, darfst du diese ablehnen.
  1. Wann spüre ich die ersten Kindsbewegungen?

Was für ein überwältigendes Gefühl, wenn du die Bewegungen deines Babys das erste Mal richtig spürst. Die ersten Kindsbewegungen sind bei Frauen, die bereits ein oder mehrere Kinder geboren haben, früher spürbar, z. T. bereits in der 14. SSW, bei Erstgebärenden meist um die 18. SSW.

Die ersten Bewegungen werden von Woche zu Schwangerschaftswoche stärker und immer besser als Kindsbewegung erkennbar.

Was es sonst noch Wissenswertes zu Kindesbewegungen gibt:

  • Umso größer dein Baby wird, desto stärker kannst du seine Bewegungen wahrnehmen.
  • Die Entspannung der Gebärmuttermuskulatur in Ruhephasen nutzt das Baby gerne für mehr Bewegung. Es ist normal, dass das Ungeborene nun deine Entspannungszeit für mehr Aktivität nutzt.
  • Gegen Ende der Schwangerschaft hat das Baby nicht mehr ganz so viel Platz in der Gebärmutter, weshalb die Bewegungen von der Intensität her wieder abnehmen.
  1. Ist eine Hausgeburt möglich?

Manche Frauen entscheiden sich für eine Geburt in den eigenen vier Wänden, da sie sich dort geborgener fühlen. Entscheidest du dich für eine Hausgeburt, wirst du auch hier natürlich die ganze Zeit von deiner Hebamme betreut. Sie unterstützt dich vor, während und nach der Geburt. Das gegenseitige Kennenlernen im Laufe der Schwangerschaft schafft dabei eine wichtige Vertrauensbasis, die sich sehr positiv auf die Geburtssituation auswirkt. Der Partner kann ebenso 1:1 in die Vorbereitungen der Geburt involviert werden, wenn das Paar dies möchte.

Folgendes ist bei einer Hausgeburt zu beachten:

  • Wenn du dir eine Hausgeburt wünschst, solltest du dir schon früh in der Schwangerschaft eine Hausgeburtshebamme suchen, die die nötige Erfahrung mitbringt, die notwendige medizinische Ausrüstung besitzt und dich in dieser Zeit begleitet.
  • Die Hausgeburtshebamme kann einschätzen, ob aus eventuellen gesundheitlichen Risiken die Entbindung in einem Krankenhaus vorzuziehen ist.
  • Eine Wassergeburt und auch eine Hockergeburt sind zuhause möglich.
  1. Mein Baby liegt noch in Steißlage, soll ich es äußerlich wenden lassen?

Wenn du mit deinem ersten Kind schwanger und in der 36. SSW angekommen bist, empfiehlt es sich eine äußere Wendung durchzuführen, wenn sich dein Baby noch immer in Steißlage befindet.

Folgende Empfehlungen können hier gegeben werden:

  • Die äußere Wendung ist in jedem Fall einem geplanten Kaiserschnitt vorzuziehen.
  • Kinder, die sich sehr viel bewegen und immer wieder unterschiedliche Positionen ab der 30. Schwangerschaftswoche einnehmen, drehen sich mit größerer Wahrscheinlichkeit in eine Kopflage, als diejenigen, die bereits sehr früh mit dem Po voran eine sitzende Position beibehalten.
  • Wenn du bereits Kinder bekommen hast, und der zeitliche Abstand zu den älteren Kindern nicht zu groß ist, dann kann es sein, dass sich das bewegungsfreudige Baby erst später in Schädellage dreht.
  • Eine äußere Wendung wird unter Ultraschallkontrolle in einer Klinik durchgeführt. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 50%.
  • Parallel dazu ist es hilfreich, dass du dich osteopathisch behandeln lässt. Die Hebamme kann zudem mit Akupunktur unterstützen.
  • Bei einer Zwillingsschwangerschaft ist die äußere Wendung übrigens nicht möglich.

Weitere häufig gestellte Fragen von Schwangeren

  1. Darf ich noch eine Flugreise unternehmen?

Mit dem Flugzeug in der Schwangerschaft zu verreisen, ist grundsätzlich kein Problem, allerdings solltest du beim Reisen folgendes beachten:

  • Bis zur 34. Schwangerschaftswoche erlauben Fluggesellschaften die Reise.
  • Unter Umständen verlangen manche Fluggesellschaften darüber hinaus ein ärztliches Attest über die Gesundheit von Mutter und Kind.
  • Bei längeren Flugreisen über 2 Stunden ist es sinnvoll sich Kompressionsstrümpfe vom Facharzt verschreiben zu lassen. Diese dienen der Thromboseprophylaxe.
  • Achte zudem bei der Buchung der Sitzplätze auf genügend Beinfreiheit
  • Es empfiehlt sich, die medizinische Versorgungssituation im Reiseland vorher zu überprüfen.
  • Beim Buchen der Reise unbedingt eine Reiserücktrittsversicherung mit abschließen.
  • Während des Flugs ausreichend trinken und in Absprache mit der Hebamme eine kleine Hausapotheke mitführen.

Auch hier gilt, Gewohntes beibehalten und Stress reduzieren. Beachte bei der Planung zudem, dass es sein kann, dass du je näher du der Geburt kommst, eventuell nicht mehr so weit von zu Hause weg sein möchtest.

  1. Darf ich Geschlechtsverkehr haben?

Sexualität in der Schwangerschaft hängt immer vom eigenen Befinden ab. Vor allem auf die Bedürfnisse der Schwangeren sollte intensiv eingegangen werden. Grundsätzlich ist Sexualität in der Schwangerschaft erlaubt und kann für beide Partner eine schöne neue Erfahrung sein.

Wichtige Punkte beim Geschlechtsverkehr in der Schwangerschaft sind:

  • Das Lustempfinden kann sich bei der Frau und auch beim Mann ändern. Es gilt, dem nachzugeben, worauf frau wirklich Lust hat. Es dürfen eventuell neue Positionen oder Stellungen ausprobiert werden. Wenn du Schmerzen hast, solltest du keine Scham haben, deinem Partner dies mitzuteilen und den Geschlechtsverkehr zu unterbrechen.
  • Die Schwangerschaftshormone können körperliche Empfindsamkeiten hervorrufen, z. B. an der Brust.
  • Wie man sich bei bestehenden Frühgeburtstendenzen, einem verkürzten Muttermund, vaginalen Infektionen o.ä. verhält, können mit dem Facharzt oder mit der Hebamme besprochen werden.