Schwangerschaftswochen 1 – 4: Infos & Tipps

Schwangerschaftswochen 1 – 4

SSW 1-4

Die ersten beiden Schwangerschaftswochen (1+2)

In den ersten beiden Schwangerschaftswochen geht es genau genommen um die Vorbereitung deines Körpers auf die Schwangerschaft, denn die eigentliche Befruchtung findet erst in der 3. Schwangerschaftswoche statt. Für die Berechnung deiner Schwangerschaft zählt bereits der erste Tag deiner letzten Periode als offizieller Schwangerschaftsstart. So gesehen beginnt die erste Schwangerschaftswoche etwa 3 Wochen vor der tatsächlichen Befruchtung der Eizelle. Die Regelblutung dient dazu die alte Gebärmutterschleimhaut abzusondern und neue aufzubauen, um deine Gebärmutter auf die Schwangerschaft vorzubereiten, damit sich die befruchtete Eizelle einnisten kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass die männlichen Spermien deine Eizelle erreichen ist im Zeitraum von drei Tagen vor und drei Tagen nach dem Eisprung am höchsten. Spermien können teilweise bis zu 7 Tage vor dem Eisprung (Ovulation) überleben. Die Ovulation selbst findet in etwa 2 Wochen vor deiner nächsten Periode in der Mitte des Monatszyklus statt, je nachdem wie lange dein tatsächlicher Zyklus andauert. Dieser ist individuell verschieden und kann zwischen 28 und 31 Tagen variieren.

Viele Frauen erkennen ihre fruchtbaren Tage daran, dass ihre Körpertemperatur ansteigt und ein leichtes Ziehen in der Gebärmutter spürbar ist. Mit der Billings-Methode kannst du den Zervixschleim am besten beurteilen. Dies ist eine natürliche Variante den Eisprung festzustellen und den Schleim selbst zu beobachten bzw. zu untersuchen. Je näher du deinem Eisprung kommst, desto flüssiger wird der Vaginalausfluss. Im Zeitraum deiner fruchtbaren Tage lässt sich der Zervixschleim zu Fäden ziehen. Es gibt auch einen ganz einfachen Ovulationstest aus der Apotheke mit dem du zwischen 24 und 36 Stunden vor deinem Eisprung über eine Urinprobe das Hormon LH bestimmen kannst, welches den Fruchtbarkeitszeitpunkt bestätigt. Auch die Einnahme von Folsäure ist bereits ab dem Zeitpunkt des geplanten Kinderwunsches anzuraten, denn das Vitamin ist für die Zellteilung und wichtige Wachstumsprozesse notwendig.

Die dritte Schwangerschaftswoche

Schwanger oder nicht? Die spannende Frage klärt sich am Ende der 3. Schwangerschaftswoche und zum eigentlichen Start deiner Schwangerschaft mit der Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter. Hat die Befruchtung funktioniert bist du von nun an schwanger, auch wenn du es selbst vielleicht erst später bemerkst bzw. offiziell einen Schwangerschaftstest machen kannst. Wie bereits erwähnt, beginnt die Berechnung deiner Schwangerschaft mit dem ersten Tag der letzten Periode. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass dein Frauenarzt den genauen Tag des Eisprungs nur schätzen aber nicht präzise festlegen kann. Daher wird eine belegbare Methode herangezogen, um die eigentliche Schwangerschaftsdauer und den Geburtstermin deines Babys zu bestimmen. Genau genommen bist du nämlich 38 Wochen schwanger. Durch die medizinische Berechnung werden allerdings noch 2 Wochen vor deinem Eisprung dazu addiert. Somit ergibt sich eine offizielle Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen.

Folsäure ist für die Teilung der Zellen verantwortlich und dient der Gehirnbildung. Sie trägt zur Entwicklung des Neuralrohrs bei, woraus im späteren Stadium der Schwangerschaft das Rückenmark und das Gehirn deines Babys gebildet werden. Das Vitamin beugt einem Offenen Rücken (Spina Bifida) vor, welches eine Fehlbildung der Wirbelsäule bzw. des Rückenmarks darstellt und durch einen Mangel in der 3. und 4. Schwangerschaftswoche verursacht werden kann. Der Begriff „Offener Rücken“ ist darauf zurückzuführen, dass der Wirbelkanal aufgrund einer Mangelentwicklung der Zellplatten nach hinten nicht vollständig geschlossen werden kann. Du findest Folsäure speziell in Gemüse wie Rosenkohl, Bohnen, Weizenkeimen- und Kleien, Fisch, Fleisch und kannst das Vitamin durch ein Nahrungsergänzungspräparat zusätzlich einnehmen. Wichtig ist täglich 0,4 Milligramm Folsäure immer in Verbindung mit Vitamin B12 zu ergänzen, da diese zusammenwirken und besser vom Organismus aufgenommen werden können.

Baby-Entwicklung

Zur Vorbereitung auf die Entwicklung des kleinen Menschleins produziert dein Körper Progesteron, ein Gelbkörperhormon, welches der Einnistung der Eizelle dient und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut begünstigt. Die Chromosomen deiner Eizelle und der männlichen Spermien verschmelzen, ein neuer Chromosomensatz entsteht. Das Genmaterial von deinem Partner und dir wird bereits jetzt an euer Baby weitergegeben. Erbmaterial, wie z.B. die Haarfarbe oder Augenfarbe sind bereits festgelegt und das Geschlecht eures Kindes bestimmt. Ab Tag 4 wird dem kleinen Wurm auch der Name Morula, nach dem Aussehen einer Maulbeere zugeteilt. Die Zellteilung ist bereits fortgeschritten und der Embryo besteht nun aus 16 Zellen.

Du möchtest wissen, wie es anderen Schwangeren in den ersten Wochen ergangen ist? Vivi aus dem viMUM Schwangerschaftspodcast erzählt dir in der ersten Folge, wie sie die ersten Wochen ihrer Schwangerschaft erlebt hat.

Die vierte Schwangerschaftswoche

Mit Beginn der 4. Schwangerschaftswoche (Berechnung 3+0 bis 3+6) nistet sich die Eizelle bis zum 11. oder 12. Tag nach deinem Eisprung in der Gebärmutter ein, sodass sie sich mit deinem Blutkreislauf verbindet. Manchmal zeichnet sich dieser Vorgang durch eine leichte Blutung ab. Die Einnistungsblutung unterscheidet sich zu deiner Periode an der hellroten Farbe und der kurzen Dauer von nur einem bzw. höchstens ein paar Tagen.

Spannende Brüste und ein leichtes Ziehen im Unterleib könnten sich bereits als erste Anzeichen einer Schwangerschaft bemerkbar machen. Fühlst du dich zunehmend müde und schlapp? Das ist in der Anfangszeit der Schwangerschaft ganz normal. Dein Organismus arbeitet auf Hochtouren und produziert vermehrt Progesteron. Das Gelbkörperhormon verleiht deinem Kind den nötigen Schutz in der Schwangerschaft und bremst zugleich deine körpereigenen Prozesse etwas ab. Eventuell bemerkst du dies bereits an einer etwas trägen Verdauung.

Baby-Entwicklung

Die Blastozyste, ein kleiner Zellhaufen voller Erbgut nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein. Die Plazenta (Mutterkuchen), der Dottersack und die Fruchtwasserhöhle werden gebildet. Eine Keimscheibe mit drei Keimblättern entwickelt sich und wird später zu den Organen deines Babys heranwachsen. Der kleine Embryo wird von nun an über den Mutterkuchen mit Sauerstoff und allen essentiellen Nährstoffen versorgt.

Blastozyste