Schwangerschaftswochen 21 – 24: Infos & Tipps

Schwangerschaftswochen 21 – 24

SSW 21-24

Die einundzwanzigste Schwangerschaftswoche 

Die Montgomery-Drüsen bilden sich an deinen Brustwarzen heraus und schützen die Haut vor dem Austrocknen während der Stillzeit. Deine Schilddrüse muss mehr und mehr arbeiten. Ein kleiner Nebeneffekt dabei ist, dass du wahrscheinlich von nun an leichter ins Schwitzen kommst. Auch dein immer größer werdender Bauch lässt dich deshalb bei körperlicher Anstrengung schneller aus der Puste kommen. Achte daher besonders darauf dich nicht zu überanstrengen, wenn du dich bücken musst in die Knie zu gehen und vor allem nicht mehr schwer zu heben. Wenn dein Bauch ab und an hart wird, liegt das an dem starken Wachstum der Gebärmutter. Tritt dies allerdings vermehrt auf oder bleibt der Bauch über einen längeren Zeitraum hart, solltest du etwas mehr auf dich achtgeben und wieder einen Gang zurückschalten. Manchmal kann ein harter Bauch auch ein Indiz für Magnesium Mangel sein, spreche daher am besten mit deiner Hebamme darüber was sie dir in deinem Fall rät.

Gönne dir bei stärkerer Belastung regelmäßige Pausen. Dein Körper und das Baby kommunizieren mit dir, indem sie dir Warnsignale senden, wenn es zu viel wird. Ist das nicht spannend sich ganz auf die Urinstinkte in der Schwangerschaft verlassen zu können? So war es bei unseren Groß- bzw. Urgroßmüttern nicht anders. Vor allem in ländlicheren Regionen und bei Hausgeburten gab es damals keine medizinische Versorgung in der Nähe und die Frauen mussten sich komplett auf sich selbst verlassen können. Auch in diesen Zeiten sind die Kinder über Generationen hinweg gesund auf die Welt gekommen. Mit der modernen Medizin haben wir zwar eine bessere medizinische Überwachung geschaffen, aber auch einiges verlernt, vor allem auf unser „Bauchgefühl“ zu hören. Habe Vertrauen in dich und das Baby, denn es wird dir das Richtige für euch beide mitteilen.

Baby-Entwicklung

Der Stoffwechsel deines Babys arbeitet nun fast selbstständig. Seine Abfälle gelangen aus der Plazenta in deinen Blutkreislauf und werden beim nächsten Toilettengang mit deinem Urin wieder ausgeschieden. Der Schlaf-/Wachrhythmus deines Engels kommt nun mehr und mehr in einheitlichen Abständen. Seine Bewegungen werden nun immer deutlicher für dich spürbar. Auch die Sinneswahrnehmung deines Bauchbewohners wird immer differenzierter. Er kann Musik und Gespräche durch deine Bauchdecke hören und die Nahrung im Fruchtwasser immer besser herausschmecken.

Die zweiundzwanzigste und dreiundzwanzigste Schwangerschaftswoche

Ab der 22. Schwangerschaftswoche machen sich eventuell erneute Schwangerschaftsbeschwerden bemerkbar. Du spürst wahrscheinlich, dass du wieder öfter zur Toilette musst. Dein Unterkörper wird von nun an mehr mit Blut versorgt, was eventuell zu verstärktem vaginalem Ausfluss, Zahnfleisch- oder Nasenbluten bis hin zu Krampfadern und Hämorrhoiden führen kann. Hast du Muskelschmerzen oder Magen- und Muskelkrämpfe? Dann ist dies ein Hinweis auf den stetig steigenden Magnesiumbedarf, da dein Baby einen großen Teil davon braucht. Um auf der sicheren Seite zu sein, kannst du dies auch ganz leicht in einem Blutbild bei deinem Arzt überprüfen lassen und gegebenenfalls auf magnesiumreiche Nahrung, wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fleisch etc. oder Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Deine Brüste bereiten sich langsam auf das Stillen vor, was du an kleinen Erhebungen du daran erkennen kannst, dass sich um den Warzenhof ausbilden, die Montgomery-Drüsen entwickeln sich einsatzbereit.

Die Blutmenge deines Körpers hat sich nun um mehr als die Hälfte erhöht, wodurch dein Blutkreislauf jetzt auf Hochtouren arbeiten muss. Dadurch kann es ab und an zu Schwindelanfällen nach längeren Ruhephasen oder plötzlichem Blutdruckabfall kommen. Treten die Beschwerden häufiger auf, wäre es anzuraten deinen Eisenwert einmal nachschauen zu lassen und gegebenenfalls zu beobachten. Deine Mutterbänder lockern sich. Dafür ist das Hormon Relaxin verantwortlich, das bei der Geburt den Muttermund weich werden lässt. Der kleine Nachteil daran ist, dass durch dieses Hormon häufig auch andere Muskeln in deinem Körper nachgeben, was zu Rücken- und Bänderschmerzen führen kann. Hinzu kommt noch das Gewicht deines Babys, wodurch sich dein Körperschwerpunkt oft ins Hohlkreuz verlagert.

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Mit Beckenbodengymnastik, Prenatal-Yoga oder Sportkursen für werdende Mütter kannst du entsprechende Körperteile, wie den Schließmuskel und deinen Beckenboden trainieren. Die Vorbereitung auf die Geburt wird langsam Formen annehmen. Du kannst dir zum Beispiel in einem Geburtsplan alle wichtigen Punkte und Bedürfnisse aufschreiben, die dir für dich und dein Baby bei der Geburt wichtig sind. So langsam kannst du dir auch darüber Gedanken machen, in welchem Umfeld du dir deine Geburt vorstellst. Im Krankenhaus, Geburtshaus oder  eine Hausgeburt.

Baby-Entwicklung

Alle Organe deines Babys sind nun soweit ausgebildet und die Reifung der Lungen beginnt. Die Hirnströme und die Wahrnehmungsfähigkeit des Kleinen bilden sich weiter aus und die Nasenlöcher öffnen sich. Dein Baby fängt an die Geräusche um sich herum, wie zum Beispiel deinen Herzschlag oder auch Musik von außen detaillierter wahrzunehmen, und zu unterscheiden. Von Käseschmiere bedeckt wird die Haut im Fruchtwasser wie durch eine Creme geschützt und wirkt bei der Geburt unterstützend für dein Kind, um leichter hinaus zu gleiten. Dein Bauchbewohner übt weiterhin fleißig seine Bewegungen und wird von nun an auch für den Vater sichtbar beziehungsweise spürbar, wenn er sich mit Tritten meldet oder den Po der Bauchdecke entgegenstreckt. In der 23. Schwangerschaftswoche ist dein Baby im Durchschnitt 28-30 cm groß und 450-580 g schwer.

Die vierundzwanzigste Schwangerschaftswoche

Ab sofort könnten sich nun die sogenannten Übungswehen, auch Braxton-Hicks-Kontraktionen, bemerkbar machen. Wenn sich dein Bauch in rhythmischen Bewegungen zusammenzieht und hart wird, ist dies ein Zeichen dafür, dass sich dein Körper allmählich auf die Geburt vorbereitet. Dein Frauenarzt wird dich nun zum zweiten Mal auf eine Rhesus-Unverträglichkeit und Schwangerschaftsdiabetes testen. Der Rhesusfaktor (Rh-negativ oder Rh-positiv), bestehend aus einem Protein auf den roten Blutkörperchen ist im Erbgut enthalten. Wenn du Rh-negativ bist (kommt bei ca. 15 Prozent aller Menschen vor) und dein Baby Rh-positiv, bilden sich in deinem Blut Antikörper gegen das Blut deines Kindes, wobei diese Abwehr in der ersten Schwangerschaft wegen der geringen Antikörperzahl noch relativ gering ist. In der zweiten Schwangerschaft bilden sich mehr Antikörper, was zu einer höheren Abwehr führt und für dein Kind lebensbedrohlich werden kann. Im Falle, dass du Rh-negativ bist, kannst du so genannte Anti-D-Immunoglobuline bekommen, die die Bildung von Antikörpern hemmen. Wenn dein Organismus bereits Antikörper gebildet hat, kann durch eine strenge ärztliche Beobachtung eine Blutarmut (Anämie) des Babys frühzeitig erkannt und Komplikationen verhindert werden.

Öle, Lotionen und eine professionelle Schwangerschafts-Massage entspannen Haut und Muskulatur. Gönne deinem Körper etwas Gutes. Du stellst dir bestimmt die Frage, wie man Übungswehen von echten Wehen unterscheiden kann? Eine Faustregel besagt, dass die Braxton-Hicks-Kontraktionen bis zu drei Mal pro Stunde vorkommen und dabei nie länger als 45 Sekunden andauern. Bist du dir dennoch unsicher ob du Übungswehen oder richtige Geburtswehen spürst, lege dich in die Badewanne. Warmes Wasser verstärkt die echten wehen, Übungswehen werden hingegen schwächer. Hast du stärkere Schmerzen, ähnlich wie Menstruationsbeschwerden oder Blutungen und die Kontraktionen treten in regelmäßigen Abständen auf, könnte dies ein Indiz für vorzeitige Geburtswehen sein und du solltest auf direktem Wege zum Arzt beziehungsweise ins Krankenhaus.

Baby-Entwicklung

Dein Baby ist fleißig dabei sich einen Fettspeicher anzulegen, wie du an deinem zunehmenden Bauchumfang in der 24. Schwangerschaftswoche bereits erkennen wirst. Im Falle einer Frühgeburt gilt dein Kind ab dem jetzigen Zeitpunkt als überlebensfähig. Die Lunge muss bis zur Geburt noch vollständig ausreifen. Dein Bauchbewohner beginnt langsam die Augen zu öffnen. Neben den Geschmacksunterschieden süß, sauer, salzig und bitter, kann dein Baby nun deutlich differenzierter die Aromen durch das Fruchtwasser schmecken. Der individuelle Geschmackssinn prägt sich zunehmend mit einer Präferenz für Süßes aus, wie du vielleicht selbst durch eigene Heißhungerattacken für Süßigkeiten feststellen kannst.