Schwangerschaftswochen 25 – 28: Infos & Tipps

Schwangerschaftswochen 25 – 28

SSW 25-28

Die fünfundzwanzigste Schwangerschaftswoche 

Mit dem siebten Schwangerschaftsmonat beginnt der Endspurt deiner Schwangerschaft. Die Gebärmutter ist mittlerweile auf die Größe eines Fußballs herangewachsen. Weil deine Organe jetzt immer mehr Platz machen müssen, kann sich Kurzatmigkeit bemerkbar machen. Für häufiger auftretendes Sodbrennen ist das Hormon Progesteron verantwortlich, das primär für Muskelentspannung der Gebärmutter sorgt und eine vorzeitige Wehentätigkeit verhindert. Weil durch das Hormon auch der Verdauungs- und Harntrakt sowie der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen beeinflusst wird, kann dies zu lästigem Sodbrennen in der Schwangerschaft kommen. Eine weitere Ausschüttung von Hormonen kann bei ca. fünf Prozent aller Frauen auch zu Schwangerschaftsdiabetes führen, da es zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommt. Die Gestationsdiabetes entsteht durch eine vermehrte Resistenz gegen Insulin, welches die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausgleichen kann. Um dies zu beobachten wird bei deiner nächsten anstehenden Vorsorgeuntersuchung der Zuckerwert im Urin getestet. Das ist aber kein Grund zur Sorge, da die Schwangerschaftsdiabetes meist durch eine einfache Ernährungsumstellung und einen angepassten Trainingsplan wieder vorbei geht. Dein Körper legt von nun an ein paar Fettpölsterchen an, um für die Zeit nach der Geburt, insbesondere die Stillzeit gewappnet zu sein.

Werden deine Beine immer schwerer, gönne dir öfters kleine Pausen um die Füße hochzulegen. Kühlpads oder Gels und Wadengüsse lindern die Beschwerden. Aufgrund der größeren Blutmenge, welche zu einer erhöhten Durchblutung deiner Gefäße führt, kann es zu Krampfadern kommen. Wenn du eine Veränderung in diese Richtung spürst oder eine angeborene Venenschwäche hast, ist ein Besuch beim Arzt zu empfehlen. Es gibt spezielle Kompressionsstrümpfe, die dem entgegenwirken können. Bei verstärktem Sodbrennen ist zu raten, täglich mehrere aber kleine Portionen anstelle von großen Mahlzeiten zu essen. Hausmittel wie Mandeln, Milch oder Ananas unterstützen deine Verdauung. Weil dein Fruchtwasser immer weiter ansteigt, welches alle zwei Stunden wieder komplett ausgetauscht wird, ist die Zufuhr von Flüssigkeit daher unabdinglich. Achte also weiterhin darauf viel zu trinken.

Baby-Entwicklung

Das Nervensystem und die Sinne deines Kindes bilden sich weiter aus. Dein Baby reagiert nun spürbar auf Berührungen oder Lichteinstrahlung von außen, was du verstärkt an den Bewegungen deines Bauchbewohner wahrnehmen kannst. Der Gleichgewichtssinn entwickelt sich und das Kleine übt bereits mit angezogenen Knien zu sitzen, dreht und streckt sich fleißig. Die Großhirnrinde teilt sich in Schichten und ist ab sofort für die Motorik und Sensorik zuständig. In der unteren Hautschicht bilden sich Kapillargefäße und die Haut deines Babys wird schön rosig. Für die Weiterentwicklung deines Kindes sind nun überwiegend Genetik und entsprechende Umweltfaktoren verantwortlich.

Die sechsundzwanzigste Schwangerschaftswoche

Dein Baby hat bereits reichlich an Größe und Gewicht zugenommen. Dies wirkt sich mittlerweile nicht nur auf dein eigenes Körpergewicht, sondern auch auf den Platz der inneren Organe aus. Die Venen müssen mehr arbeiten und es kann zu Wassereinlagerungen, leichter Atemnot und erhöhtem Blutdruck kommen. Für Symptome am Ischiasnerv sind in diesem Stadium der Schwangerschaft meist Verstopfungen und eine erhöhte Belastung der Nervenbahnen und Muskeln die Ursache.

Für Zuhause bieten sich Wärmekissen, Keilkissen zum Sitzen und Entspannungsübungen an, um den Schwangerschaftsbeschwerden entgegen zu wirken. Regelmäßiges Schwimmen wird zur Entspannung deiner Muskeln beitragen und stärkt die Rückenmuskulatur. Hast du dennoch Beschwerden, kannst du es mit einer Rotlichtbehandlung oder Akupunktur bei deiner Hebamme versuchen. Um die Beine und Venen etwas zu entlasten sind warm/kalt Wechselduschen zu empfehlen. Eine eiweißreiche Ernährung und viel Trinken (mindestens 2 Liter am Tag) wirkt den Wassereinlagerungen entgegen. Dein Bauch braucht von nun an ganz besonders viel Pflege. Dafür gibt es bestimmte Schwangerschaftsöle und Cremes sowie spezielle Zupfmassagen, die den Schwangerschaftsstreifen vorbeugen.

Baby-Entwicklung

Die Sinne und Reflexe deines Babys entwickeln sich. Es kann die Augen von nun an öffnen, unterschiedliche Formen in bläulichen Schattierungen und Lichteinflüsse wahrnehmen. Auch das Nervengeflecht der Ohren ist jetzt größtenteils ausgebildet. Dein Kind übt mit Purzelbäumen sein Koordinationsvermögen und trainiert dadurch die Hirntätigkeit. Der Greif- und Saugreflex wird weiter ausgeübt, sodass dein Bauchbewohner nun immer öfters am Daumen lutschen wird und mit der Nabelschnur spielt. Die Nasenflügel sind geöffnet und der Schluckreflex sowie die Atmung bereiten sich durch das Trinken von Fruchtwasser auf die Zeit nach der Geburt vor.

Die siebenundzwanzigste Schwangerschaftswoche

Die Spätschwangerschaft macht sich immer deutlicher bemerkbar. Durch Wassereinlagerungen kann es dazu kommen, dass dir ab und an die Hände oder Füße einschlafen. Das Gewicht deines Babys drückt von nun an öfters auf die Blase. Dagegen helfen Beckenbodentraining und weiterhin leichte Gymnastikübungen. Das Vena-Cava-Syndrom kann nun häufiger auftreten. Dieses Kompressionssyndrom ist eine Schwangerschaftskomplikation, bei der es durch zu viel Druck deines Kindes in der Gebärmutter auf die untere Hohlvene zu einer Kreislauf+B29störung kommen kann. Es verstärkt sich, wenn du auf dem Rücken liegst und das Baby mit seinem Gewicht den Rückfluss des Blutes stört.

Achte am besten darauf, dass dein Kopf immer etwas erhöhter liegt wenn du dich hinlegst, damit das Blut besser zum Herzen fließen kann. Wenn du dich auf die linke Seite drehst, wird dein Körper optimal durchblutet und alle Organe versorgt. Bei Hämorrhoiden helfen Sitzbäder und Kühlbeutel. Werden die Schmerzen dadurch nicht besser, kannst du deine Hebamme nach homöopathischen Salben oder Hämorrhoiden-Zäpfchen fragen. Für die Geburt sorgt ein rotes Handtuch oder Deckchen, in das dir die Hebamme dein Kind einwickeln kann für Geborgenheit. Rotfarbene, abgedunkelte Wände vermitteln dem Baby eine vertraute Umgebung.

Baby-Entwicklung

Die Gebärmutterwand wird immer lichtdurchlässiger und dein Baby wird den Lichteinfluss von nun an durch häufiges Augenöffnen in Rot-Tönen wahrnehmen können. Der kleine Bauchbewohner entwickelt allmählich auch seinen Schlafrhythmus, der sich gegenteilig zu deinem anpassen wird, denn er liebt es in den Schlaf geschaukelt zu werden wenn du dich bewegst und wird in der Nacht wenn du zur Ruhe kommst wach. Besonders nachts bildet dein Körper Hormone für die spätere Wehentätigkeit, die sich auf die Aktivität deines Babys auswirken. Die Blutbildung im Knochenmark versorgt dein Kind ab der 27. Schwangerschaftswoche mit wichtigen Nährstoffen. Das Gehirn entwickelt sich weiterhin enorm in seiner Struktur und bekommt die so genannten Furchen. Das Kleine könnte bereits seine ersten Träume haben. Es nimmt die Geräusche von außen noch deutlicher wahr und freut sich über Lieder die du ihm vorsingst. Alle Organe sind soweit ausgereift. Da die Lungenreifung jedoch am längsten braucht bis sie vollständig entwickelt ist, wäre der Fötus im Falle einer Frühgeburt im Moment daher erst einmal nur mit künstlicher Beatmung überlebensfähig.

Die achtundzwanzigste Schwangerschaftswoche

Im letzten Trimester verändert deine Gebärmutter durch ihr stetiges Wachstum noch einmal ihre Form und gibt dem Baby den nötigen Platz, um sich in die richtige Geburtsposition zu drehen. Erst um die 36. Schwangerschaftswoche herum wird dein Zwerg sich dann wahrscheinlich endgültig mit dem Köpfchen nach unten drehen und in die so genannte Beckenlage gehen. Bei Zweitgebärenden kann dies auch noch kurz vor der Geburt der Fall sein. Die Schwangerschaftshormone lassen deine Gelenke und Knochen weich werden. Wahrscheinlich spürst du bereits, dass deine Hüfte etwas instabiler wird und die Beckenknochen von nun an mehr schmerzen.

Die Zeit für den Geburtsvorbereitungskurs ist angebrochen und du kannst noch einmal ganz individuell in dich gehen, um dir über alle Wünsche und Bedürfnisse für die Geburt und die Zeit danach Gedanken zu machen. Wenn du noch auf der Suche nach der richtigen Klinik oder dem geeigneten Geburtshaus für die Entbindung bist, gibt es die Möglichkeit einen Infoabend zusammen mit deinem Mann zu besuchen. Dort werden Führungen in den Kreissälen angeboten und du bekommst nochmal eine eigene Vorstellung von der Geburt. Um manche Fragen für die Zeit danach zu klären, kannst du zusätzlich einen Stillvorbereitungskurs belegen oder zum Beispiel eine Stillgruppe besuchen. So kommst du mit anderen Mamas ins Gespräch, erfährst wertvolle Tipps und kannst dich austauschen.

Baby-Entwicklung

Dein Baby passt von nun an das Öffnen und Schließen seiner Augen dem eigenen Schlaf-/Wach Rhythmus an. Die Iris ist bereits vollständig ausgebildet. Die finale Augenfarbe lässt noch ein bisschen auf sich warten und wird erst im Laufe des ersten Lebensjahres vollständig ausgeprägt. Weiterhin verfeinert sich die Gehirnentwicklung deines Kindes und differenziert sich weiter aus. Dein Bauchbewohner bildet nun sein eigenes Immunsystem indem er über die Plazenta Antikörper aus deinem Blut bekommt. Surfactant wird vermehrt gebildet, welches für die Funktion der Lungenbläschen zuständig ist, damit sie nicht verkleben.